Que sera?

Dokumentarfilm von Dieter Fahrer

De

Auf den ersten Blick scheint alles aufzugehen: Eine Kindertagesstätte und ein Altersheim unter einem Dach – in der „Schönegg“ in Bern ist eine Utopie Alltag geworden. Diese Menschen haben Zeit, viel Zeit, auch füreinander.
Auf den zweiten Blick – und der Film QUE SERA? besteht fast ausschliesslich aus zweiten Blicken – spürt man das Ringen um Würde. Dies macht die filmische Begegnung mit diesen ausgegrenzten Menschen so berührend – erst recht dort, wo alles Bemühen scheitert und gesellschaftliche Ohnmacht zum Vorschein kommt.
Es bleibt die Frage nach dem Wert des Lebens. Dem Wert eines Kinderlachens oder alter Hände, müde wie ein Herbstblatt. Das Zusammenleben von alt und jung in der „Schönegg“ ist nicht bloss ein sozialpolitisches Experiment: in QUE SERA? wird es zur poetischen Metapher für Tod und Wiedergeburt.
Doch der Film beschönigt nichts. Er kann diesen alten Menschen ihre Jugend nicht zurückgeben, aber er kommt ihnen sehr nahe und gibt ihnen so ihre Würde zurück. Er zeigt uns nicht einfach ein Altersheim. Er zeigt uns Frau Fischer, Herr Zürcher, Frau Suter und andere: ihre menschliche Wärme, seine Gebrechlichkeit, ihren entwaffnenden Humor.
Der Respekt vor jedem dieser alten Menschen führt uns zum eigenen Respekt vor dem Alter und zum Bewusstsein, was – viel schneller als uns vielleicht lieb sein wird – auch auf uns zukommt.Au premier coup d’œil, l’image est bucolique: réunissant sous un même toit une garderie d’enfants et une maison de retraite, l’institution

Fr

„Schönegg“ à Berne a fait d’une utopie la réalité. Ceux qui ne font pas encore ou qui ne font plus partie de la méritocratie ont du temps, beaucoup de temps, à se partager aussi.
Au second regard, celui porté par le réalisateur de QUE SERA?, une autre vérité se dessine. Celle de la lutte pour la dignité. Et c’est précisément à ce niveau que se situe toute la tendresse du film, dans ce monde d’exclus où tous les efforts échouent et où transparaît l’impuissance sociale.
On s’interroge sur les valeurs de la vie. Un sourire d’enfant, les mains d’un vieillard, flétries comme une feuille morte. À „Schönegg“, le mélange des générations n’est pas qu’une simple expérience sociopolitique. Dans QUE SERA?, ce mélange devient une métaphore poétique où se côtoient la mort et la renaissance.
Certes, le film n’a pas les vertus d’une fontaine de jouvence, mais il aborde les pensionnaires avec une sensibilité telle qu’il leur rend leur dignité. En toute simplicité, Il nous présente le home et ses habitants. Mme Fischer, M. Zürcher, Mme Suter: avec son lot de chaleur humaine, maladie et sénilité, de l’humour désopilant.
Le respect que ces gens suscitent nous amène à porter un regard plus humble sur la vieillesse et nous fait prendre conscience de ce qui attend chacun d’entre nous, peut-être bien avant l’heure.

En

At first sight it’s the perfect solution: a children’s day-nursery and an old people’s home under one roof. At the „Schönegg“ in Bern it appears utopia has entered everyday life. People who no longer belong to an achievement-oriented society, and those who soon will, have time, a lot of time… also for each other.
Looking twice – and the film QUE SERA? is made up mostly of second looks – you feel the struggle for dignity. This makes the cinematic encounter with these socially excluded people so touching – especially where all efforts fail, giving rise to an overwhelming helplessness.
The question remains as to the value of life. The value of child’s laughter or wrinkled hands as tired as an autumn leaf. The living together of young and old is more than a sociological experiment: in QUE SERA? death and re-birth become poetic metaphors.
However, there’s no glossing over in this film. It can’t return youth to these elderly people, but it does get very close, and thereby gives back their dignity. The film doesn’t just show us an old people’s home. It shows us Ms. Fischer, Mr. Zürcher, Ms. Suter and others, their warmth and compassion, their fragility, their disarming humour.
The respect for each one of these elderly people leads us to respect our own age and destinies, and to an awareness of what lies ahead of us.

mit

Lydia Baumann * 1912

Nelly Bloch * 1924

Hélène Fischer * 1912

Klara Mischler * 1910

Claire Suter * 1907

Gottfried Zürcher * 1927

und vielen anderen Menschen in der

„Schönegg“ Bern

Verleih Schweiz:  www.looknow.ch 

Verleih Deutschland: www.salzgeber.de

World Sale: www.firsthandfilms.com

Team

Regie, Kamera: Dieter Fahrer

Ton: Balthasar Jucker

Montage: Maya Schmid

Montage-Stage: Aron Nick

Mischung: Hans Künzi, SDS

Musik: Disu Gmünder (Gitarre), Christoph Rechsteiner (Bass), Christoph Fluri (Schlagzeug)

Technik, Lichtbestimmung, Blow up, Produzent: Bernhard Nick (musikalische Leitung), RecTv, Bern, Schwarz Film AG, Ostermundigen, Dieter Fahrer

eine Produktion von
in Koproduktion mit: Balzli & Fahrer GmbH, Schweizer Fernsehen DRS (Paul Riniker), SRG SSR idée suisse/arte (Tiziane Mona, Ulle Schröder)

unterstützt durch: Bundesamt für Kultur (EDI); Amt für Kultur, Kt. Bern; Amt für Kultur und Sport,Kt.Solothurn;KulturStadtBern;Teleproduktions-Fonds; Volkart Stiftung; Pro Juventute; Pro Senectute; Domicile für Senioren, Bern; Kindertagesstätte mixmax

Booklet

Flyer

Plakat

Pressespiegel

Fotos

DV Cam

Blow-up 35mm

1:1.66, Farbe

Dolby SR

91 Minuten (TV-Version 55 min)

Schweizerdeutsch

Untertitel: f/e oder d/f

ISAN 0000-0001-67E6-0000-F-0000-0000-T

Filmfestival

  • Visions du Réel, Nyon (Première mondiale, en concours)
  • Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
  • Duisburger Filmwoche
  • Rencontres internationales du documentaire de Montréal
  • Ukrainian International Documentary Film Festival ‚Contact‘, Kiev

Preise

  • Visions du Réel: Mention spéciale du Jury international,
  • Prix Suissimage/SSA (meilleur film suisse)
  • Montréal: Prix du Public
  • Nomination Schweizer Filmpreis 2005
  • Prix Italia: Premio Granarolo – Communicazione per la vita
  • Filmpreis des Kantons Bern
  • Kiev: Best Documentary

Presse

Pressedoku

Der Film ist berührend und heiter und traurig wie das Leben selber – also wahr.
Hans Saner, Philosoph

Ein reicher Film, ohne tote Zeit. Ein Film der zeigt, was fast sicher auch auf dich zukommt. Ein harter Film, jedoch unglaublich schön.
Pierre Soltermann, Übersetzer

Traurig und heiter ist der Besuch in der „Schönegg“, Abschied und Ankunft liegen nahe beieinander. Dieter Fahrers Film ist schön, ohne zu beschönigen, wahr, ohne zu belehren, dem Leben verpflichtet, ohne den Tod zu verdrängen. Der Bund

Wieder einmal ein Glücksfall von einem Schweizer Dokumentarfilm! Es geht um eine Kindertagesstätte und ein Altersheim unter einem Dach. In der „Schönegg“ in Bern ist eine Utopie Alltag geworden. Menschen, die noch nicht oder nicht mehr zur Leistungs-Gesellschaft gehören, haben Zeit füreinander. Aber es läuft auch hier nicht alles so idyllisch, wie es auf den ersten Blick scheint. Ein Film mit sehr viel Humor, der tiefe Einsicht bringt in ein uns alle angehendes Thema.
Film demnächst

Fahrer arbeitete längere Zeit als Hilfspfleger in der „Schönegg“, um das Leben der Bewohner kennen zu lernen und ihr Vertrauen zu gewinnen, was man seinem liebevollen, atmosphärisch dichten Film anmerkt. Monotonie, Einsamkeit, Entwurzelung, Sehnsucht nach Liebe und der Kampf mit dem eigenen Körper oder mit unerfüllbaren Wünschen kommen in berührend intimen Szenen zum Ausdruck.
Tages Anzeiger

QUE SERA? überzeugt durch seine behutsame Nähe zu den porträtierten Menschen und durch seine poetische Kraft, die trotz leiser Töne die Härte des letzten Abschnitts im Leben alter Menschen nicht beschönigt.
QUE SERA? schafft damit Nähe, wo die Gesellschaft längst Distanz geschaffen hat.
Filmpreis des Kantons Bern, Medienmitteilung

In seinem entschlossenen sozialen Engagement zeigt der Film nicht nur einen vielversprechenden Ansatz zur Verbesserung einer quälend unbefriedigenden Situation, sondern er leitet auch an zu einem Sehen, das nicht leichtfertig über das hinweggeht, was ihm nicht behagt. Auffallend viele hart geschnittene Bilder – da eine Hand, die einen nackten Bauch wäscht, dort ein Kind, das mit Genuss an einem Pullover zupft, aus dem zwar ein Hals, aber kein Kopf herauswächst – fordern zur Ergänzung auf; dazu, dass man sich mit Bedacht ein angemessenes Bild macht von dem, was sich hier tut. Dabei wird das Hässliche zur Sprache gebracht und ist damit auch schon ansprechend geworden. In einer sensibel respektvollen Annäherung bleibt die Würde der alten Menschen auch in peinlichen Situationen gewahrt.
Neue Zürcher Zeitung

Wird Unangenehmes, was auf einen zukommt, nicht meist verdrängt, und zwar umso Stärker, je näher es rückt? Dass Leben im Alters- oder Pflegeheim im Kino bis anhin ein Tabuthema war, hat wohl auch damit zu tun, dass es die Fragilität und Vergänglichkeit unserer Person noch eindrücklicher vor Augen führt als selbst der Tod. Das zeigt sich auch im Verlauf von Fahrers Film, in dem das Publikum den Tod mehr als Erlösung, denn als Stachel empfindet.> „Lüthi et Blanc“ oder „die Wacht am Rhein“  bricht es mehrmals zusammenhangslos aus einer Frau heraus, die kurz darauf wieder unerwartet geistesgegenwärtig reagiert. So entstehen absurde Dialoge, die an Passagen aus Becketts „Endspiel“ erinnern. Sich ihrer surrealen Komik zu entziehen, ist unmöglich und auch nicht wünschbar: Der Humor befreit und gibt die Kraft, sich erneut von ganzem Herzen auf manchmal zu Tränen rührende Situationen einzulassen.
Fahrer zeigt viel Respekt für die Porträtierten und nimmt ihnen nicht die Würde unter dem Vorwand, schonungslose Aufklärung betreiben zu wollen. Seine Wertschätzung ist in der diskreten Kameraführung und in der Montage spürbar, die auf emotionale Ausgewogenheit bedacht ist. Doch viele Zuschauer werden bei seinem Film vor allem wachsendes Schaudern erleben, was – wie alle starken Empfindungen – auch etwas Faszinierendes hat: Man gewinnt beim Betrachten den Eindruck, etwas Wesentliches, Prägendes zu realisieren, das man nie mehr vergessen wird.
Zürcher Oberländer

Man kann es gleich zu Beginn verraten: Der Film von Dieter Fahrer ist etwas vom Besten, was in der letzten Zeit im Bereich des Dokumentarfilms in den Schweizer Kinos gezeigt wurde und gewinnt absolut verdient den grossen Berner Filmpreis.
„Alte Menschen und Kinder sind in vielem verschieden“, meint der Regisseur gegenüber dem BT. „Aber sie können sich auf ganz erstaunliche Weise nahe sein. Sie haben Zeit, viel Zeit – auch füreinander und ihr Tun muss nicht immer von direktem Nutzen sein. Alte Menschen und Kinder können sich gegenseitig Wiege und Quelle des Lebens sein. Sie sind magisch verbunden.“
Fahrer gebührt die grosse Anerkennung, dass er nichts beschönigt. Letztendlich geht es um die unausweichliche Verengung auf den Tod hin, das Warten auf den Zerfall, das Ende. Diese Sequenzen sind die stärksten und bedrückendsten im Film. Trotz dieser Schwere zeigt QUE SERA? aber auch heitere Momente voller Situationskomik und herrlichem Humor, der von den Altersheiminsassen trocken, prägnant und bissig vorgetragen, manche Komödie in den Schatten stellt. QUE SERA? ist ein unspektakulärer, trauriger Film, der die ungemütlichen und drängenden Fragen um die eigene Vergänglichkeit in seltener Konsequenz, Intensität und Klarheit aufzeigt. Ein Film, der weh tut.
Bieler Tagblatt

QUE SERA? erschöpft sich indessen nicht in einer fragwürdigen Romantik, sondern zeigt neben dem Erfüllenden die gähnende Leere der Ausgrenzung, neben der geschenkten Zeit für die Begegnung zwischen den Generationen das schmerzliche Warten: Bilder aus einer Gesellschaft, die ihre Menschen nach Alter sortiert und schubladisiert. Aus dem filmischen Lokaltermin in der „Schönegg“ wird ein Gleichnis des Lebens. Albert Schweitzer hat den Begriff der „Ehrfurcht vor dem Leben“ geprägt. Darum geht es auch hier. Der Ohnmacht der „gewinnoptimierten“ Gesellschaft stellt Dieter Fahrer die Würde der Hochbetagten und seinen Respekt vor ihrem Menschsein gegenüber.
St.Galler Tagblatt

Ganzer Film

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