The Bern Film (Arbeitstitel)

Projekt für einen Kinodokumentarfilm von Dieter Fahrer

Am 18. Juni 1953 kommt er nach Bern, um Freunde zu besuchen. Dann bleibt er hier, bis zu seinem Tod 30 Jahre später.

Vincent O. Carter, im Schwarzen-Ghetto von Kansas City aufgewachsener US-Amerikaner, ist nach Europa gekommen, um zu schreiben. Und er notiert:

«Ich bin der erste Neger in dieser Stadt. – Alle, Männer, Frauen, Kinder, Hunde, Katzen und andere Tiere, ob wilde oder Haustiere, starren mich an – die ganze Zeit!»

In seinen ersten vier Jahren in der Bundesstadt entsteht THE BERN BOOK: A RECORD OF A VOYAGE OF THE MIND. Es ist ein persönliches Geschichtenbuch – und gleichzeitig Geschichtsbuch.

Carter beschreibt das bürgerliche Bern und den hier herrschenden Puritanismus, und er analysiert die Schweiz: die Hochstilisierung von Lohnarbeit, die Zerstörung der Landschaft, die Aushöhlung der Gebäude in den Altstädten, die Unterdrückung der Frauen, den herablassenden Umgang der Schweiz mit ihren Künstlern, den Lebenswillen der Schweizer und ihre unterdrückten Schuldgefühle.

Carters Aufzeichnungen in THE BERN BOOK sind so präzise, dass sie schmerzen. Doch sie sind auch verspielt und voller Humor.

Mit Archivbildern von damals und Bildern von heute bewegt sich THE BERN FILM entlang von Textpassagen aus Carters Werk.

Der Filmemacher – auch er ein Flâneur – erkundet die Stadt auf den Spuren von Carter. Als ein in Bern geborener Weisser führt er einen filmischen Dialog mit einem seelenverwandten Schwarzen. Dabei beginnt er seine Geburtsstadt, sein Land und das Menschsein mit neuen Augen zu sehen.

In THE BERN FILM begegnen sich der fremde Blick von aussen und der gewohnte Blick von innen.

Autor, Regisseur, Produktion: Dieter Fahrer

Kamera: Dieter Fahrer, Christoph Walther

Ton: Balthasar Jucker

Projektentwicklungsbeiträge:
Bundesamt für Kultur (EDI) Schweiz

Berner Filmförderung

Succès passage antenne SRG SSR

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