Till

Spielfilm von Felix Tissi

www.felixtissi.ch

Plötzlich steht er da: Till, 18 Monate alt und 72 cm hoch. Staunend schaut er zu Philipp rauf, und dieser staunt runter. Denn nun soll er sich völlig unvorbereitet um seinen kleinen Sohn kümmern. Als Erstes versucht er natürlich, das Kind so rasch als möglich wieder loszuwerden. Sollen doch eine gute Ammen-Seele im Park, die UNICEF oder ein paar Nonnen…
Aber Till bleibt, und Philipp muss sein ganzes Leben auf den Kopf stellen. Dabei hat er doch zu arbeiten, muss den Fernseher wieder zum Funktionieren bringen. Doch allmählich interessiert es ihn immer mehr, wie der Kleine funktioniert, und er probiert alles Mögliche und Unmögliche mit ihm aus. So lernt man sich kennen, und die beiden ungleichen Männer freunden sich an. Philipp versucht, Till ein guter Vater zu sein und ihn in die Geheimnisse des Lebens einzuführen. Die Zukunft, die Liebe und überhaupt.
Philipp ist froh, jemandem zum Reden zu haben – dass ihn der Kleine gar noch nicht versteht, ist weiter nicht so schlimm, denn Philipp versteht sich oft selber nicht. Dafür empfängt er auf seinen Antennen Sender, die er gar nicht gesucht hat.
Mit Till muss er wieder raus an die Luft und wird mit elementaren, existenziellen Dingen konfrontiert. Da liegt es nahe, sich als alleinstehender Vater in eine alleinstehende Mutter zu verlieben. Aber der Weg zum Familienidyll ist kurvenreich. Und als er endlich etwas gerade wird, geht es Till zu gerade.

Mit

Sven Simon, Louis Blöchlinger, Cecilie Kellner Sina Hochuli, Erik Göller, Hans-Rudolf Twerenbold, Luciano Andreani, Lo de Fleury, Nina Iseli, Karsten Dörr

Drehbuch und Regie: Felix Tissi
Kamera: Andreas Schneuwly
Ton: Alain Roulet
Ausstattung: Katrin Zimmermann
Regie-Assistenz: Moritz Jeckelmann
Kamera-Assistent: Dieter Fahrer
Licht: Christof Seiler
Betreuung von Louis: Hedwig und Matthias Blöchlinger
Schnitt: Remo Legnazzi, Felix Tissi
Musik: Kahondo Style
Produktionsleitung: Res Balzli
Mischung: Felix Hochuli
Labor: Schwarz Filmtechnik

Produktion

Balzli & Cie, Res Balzli, Nidau

Koproduktion

PANDORA Film, Frankfurt;
SRG (Redaktion Martin Schmassmann)
ZDF (Redaktion Christoph Holch)

Verleih

Schweiz: Filmcooperative Zürich
Deutschland: PANDORA Film Frankfurt/M

90 Min., schwarz/weiss, deutsch

Format: 35mm

Untertitel: Französisch

ISAN 0000-0000-7950-0000-1-0000-0000-Y

Uraufführung: Festival Internazionale del Film Locarno, 1988

Preise

  • Qualitätsprämie Bundesamt für Kultur
  • Premio speziale della Giuria del Festival intern. Cinema Giovani Torino

Presse

„Till“ ist der zweite Spielfilm des Schweizers Felix Tissi, der 1984 mit „Noah & der Cowboy“ debütiert hatte, einem Film, der wegen der Lockerheit und des Einfallsreichtums überall begeisterte Aufnahme fand. Nach einem solchen Debüt war der zweite Film besonders schwierig, aber Tissi gelang es, nachdem er gemeinsam mit Clemens Klopfenstein das Drehbuch zu „Macao“ geschrieben hatte, mit diesem Film an den Erfolg anzuknüpfen. Berner Zeitung

Felix Tissi beherrscht die Kunst des intimen Erzählens in Bildern. Er meidet bewährte Muster zugunsten einer ganz persönlichen Form, die schon oft als „poetisch“ bezeichnet worden ist, jedoch mit diesem Begriff kaum gültig umschrieben werden kann.
Die Verbindung des Erzählerischen mit einem strengen Formbewusstsein, der Sinn für intensive Stimmungen in oft ganz unerwarteten Bereichen und schliesslich ein feiner, warmer Humor, der von Aufmerksamkeit und Beziehungsbereitschaft zeugt, führen darüber hinaus. Der Bund

„Till“ di Felix Tissi è un lungometraggio ricco di buone idee, valorizzate da ottime immagini e da una sceneggiatura veloce. Quotidiano

A opérant avec bonheur un excellent mélange d’humour et d’émotion, sans en avoir l’air et sans aucune prétention, il propose à notre méditation, pour autant que nous voulions bien nous donner la peine de réfléchir, plusieurs thèmes fondamentaux qui concernent des choses essentielles. „Till“ est donc à mon avis une réussite indéniable dans le cinéma helvétique. Journal du Jura

„Till“ zählt zu jenen seltenen Filmen, deren Bilder den Betrachter noch lange beschäftigen können. Was wohl auch an seiner auf den ersten Blick spröden Form liegt: Karge Schwarzweiss-Szenen erzählen da eine Alltagsgeschichte, die – ohne dass es aufwendiger Effekte bedürfte – von der anfangs uneingestandenen Liebe eines grossen Mannes zu einem kleinen handelt. Einer Liebe, die sich nicht verbal, sondern nur in Gesten, in Berührungen, in Blicken äussert. Denn Till kann noch nicht sprechen – und sein Vater muss nun lernen, dass sich nicht alle Bedürfnisse über die Sprache verhandeln lassen. Basler Zeitung

Mit fein ausgeschaffenen Dialogen, mit einer in ruhigen, festen und einfach komponierten Bildern gehaltenen Inszenierung und einer Montage, die viele Querbezüge zulässt, ist Felix Tissi ein Film gelungen, der nicht spektakulär hausieren geht, sondern durch die Tiefe fasziniert. Das ist heute leider selten, auch im Schweizer Film.
Bilder begegnen dem Zuschauer, die aus der Beschränkung, aus der Kargheit echte Schönheit ziehen. Das überzeugt, denn gross ist die Versuchung, den kleinen Till mit seinen faszinierenden Augen filmisch zu verhätscheln, herzige Bilder von ihm zu präsentieren. Dieser Versuchung, die oberflächlich betroffen machen kann, ist Felix Tissi ausgewichen; er blickt tiefer. ZOOM

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